Wittekind-Kaserne
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Chronik

45 Jahre
Wittekind-Kaserne

Bundeswehrstandort Wildeshausen · 1961 – 2006

Vorwort

Die Stadt Wildeshausen blickt auf eine lange und tief verwurzelte Tradition als Garnisonsstadt zurück. Die Übergabe der Wittekind-Kaserne im Jahr 1961 markierte den Beginn einer 40-jährigen, engen Partnerschaft zwischen den Bürgern der Stadt und den dort stationierten Soldaten. Diese Verbundenheit wurde 1985 mit einer offiziellen Patenschaft besiegelt.

Wildeshausen war über vier Jahrzehnte Heimat für tausende Fallschirmjäger, Artilleristen und Pioniere, die hier nicht nur ihren Dienst leisteten, sondern oft auch familiäre Wurzeln schlugen.

Historischer Zeitstrahl

1961 – 2006

1961 – 1970

Die Anfänge

1961

Am 23. Juni 1961 wird die Kaserne offiziell übergeben. Das Fallschirmjägerbataillon 313 wird unter Oberstleutnant Straehler-Pohl aufgestellt und der 11. Panzergrenadierdivision in Oldenburg unterstellt. Ebenfalls stationiert: Feldartilleriebataillon 315 und Ausbildungskompanie 6./11.

1962

Soldaten des Standortes leisten wertvolle Hilfe während der schweren Sturmflutkatastrophe. Hauptmann Boldt gründet die Freifallgruppe.

1963

Teilnahme an der Abschiedsparade für Bundeskanzler Konrad Adenauer in Wunstorf.

1964

Erste sechswöchige Auslands-Gefechtsübung in Caylus, Frankreich.

1965

Das Bataillon übernimmt seine neue Truppenfahne.

1966/1967

Erste große Übung mit britischen Soldaten und Sprungeinsätze in Schongau, Bayern.

1970

Das Bataillon wird der Luftlandebrigade 27 unterstellt und in Fallschirmjägerbataillon 272 umbenannt. Die Ausbildungskompanie 6./11 wird zur AusbKp 270.

1971 – 1980

Umgliederung und Konsolidierung

1971

Teilnahme am ersten Sprungbiwak. Die Soldaten erhalten das traditionsreiche Bordeaux-Rote Barett.

1972

Zehnjähriges Jubiläum des Standortes. Das ZDF dreht in Wildeshausen den Film "Portrait einer Garnisonsstadt".

1973/1974

Die AusbKp 270 verlegt nach Iserlohn. Das FschJgBtl 272 erhält die ersten luftverladbaren Kraftkarren (KRAKA).

1977/1978

Der erste standortweite Bataillonslauf findet statt. Teilnahme an der Gefechtsübung "Hohes Gatter" der 1. Gebirgsdivision in Bayern.

1979

Die Luftlandepanzerabwehrkompanie 270 verlegt von Munster nach Wildeshausen.

1980

Das Bataillon stellt sich erfolgreich der Überprüfung durch ein NATO-Prüf-Team.

1981 – 1990

Der Kalte Krieg und Waffensystem-Wechsel

1981

Großeinsatz der Soldaten beim Hochwasser in Wildeshausen und Wardenburg.

1982

25-jähriges Jubiläum der 1. Luftlandedivision. Umgliederung des FschJgBtl 272: Stabs-/Versorgungskompanie, zwei Fallschirmjägerkompanien und zwei Fallschirmpanzerabwehrkompanien. Die LLPzAbwKp 270 wird aufgelöst.

1983/1984

Teilnahme an den Korps-Gefechtsübungen "Atlantic Lion", "Wehrhafter Löwe" und der Heeresübung "Flinker Igel".

1985

Die Luftlandemörserkompanie 270 verlegt von Iserlohn nach Wildeshausen. Im Gegenzug geht die 4./271 nach Iserlohn.

1986

Feierlichkeiten zu "25 Jahre Standort Wildeshausen".

1988

Teilnahme an der Korps-Gefechtsübung "Bold Grouse" in Dänemark.

1990

Eine neue Ära beginnt: Die ersten Waffenträger WIESEL treffen im Standort ein. Das Bataillon agiert fortan als FschJgBtl 272 (Wiesel).

1991 – 2001

Neue Aufträge und Auslandseinsätze

1991/1992

Die letzten KRAKA verlassen den Standort. Die Mörserkompanie erhält den Geländewagen "Wolf".

1993

Letzte große Umgliederung zum Fallschirmpanzerabwehrbataillon 272 (FschPzAbwBtl 272). Es wird Krisenreaktionskräfte-Verband der LLBrig 31 Oldenburg. Die 6. Kompanie (Feldersatzkompanie) wird aufgestellt.

1994/1995

Vorführungen ("Flinker Wiesel III–V") vor dem russischen Verteidigungsminister und ausländischen Militärattachés auf dem TrÜbPl Hammelburg.

1996

Die ersten Soldaten kehren aus dem IFOR-Einsatz in Jugoslawien zurück.

1997/1998

Die 3./272 geht in den SFOR-Einsatz nach Bosnien. 90 Soldaten leisten Katastrophenhilfe beim Oder-Hochwasser.

1999

Großteile des Bataillons verlegen von April bis September in den KFOR-Einsatz in den Kosovo (Operation Joint Guardian).

2000

Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft nach dem Kosovo-Einsatz. Übungsreihe "Roter Luchs".

2001

Das 40-jährige Standortjubiläum wird überschattet von der am 29. Januar getroffenen Entscheidung, das FschPzAbwBtl 272 sowie die LLMrsKp 270 im Zuge der Bundeswehrreform aufzulösen.

2002 – 17. September 2006

Umbau, Einsätze und das Ende

1. April 2002

Neuaufstellung des Luftlandeunterstützungsbataillons 272 (LLUstgBtl 272) — entstanden primär aus dem bisherigen FschPzAbwBtl 272. Kein reiner Infanterieverband mehr, sondern ein Spezialverband mit Versorgung, Instandsetzung und Sanitätsdienst zur Unterstützung der Luftlandebrigade 31.

Ab 2002

Beginn der ISAF-Beteiligung in Afghanistan. Soldaten aus Wildeshausen sind an den ersten Kontingenten beteiligt, sichern das Camp Warehouse und führen Patrouillen im Raum Kabul durch. Parallel: weiterhin Beiträge zu KFOR (Kosovo) und SFOR (Bosnien). Die Kaserne fungiert als zentraler Vorbereitungs- und Rückkehrstandort für die Division Schnelle Kräfte (DSK).

Oktober 2004

Das Bundesministerium der Verteidigung gibt im Rahmen des neuen Stationierungskonzepts bekannt: Der Standort Wildeshausen wird geschlossen.

2005/2006

Schrittweise Verlegung von Material und Personal. Ein Teil der Aufgaben und Traditionen geht auf das Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf über.

17. September 2006

Letzter Appell in der Wittekind-Kaserne. Nach 45 Jahren verabschiedet sich die Bundeswehr aus der Garnisonsstadt Wildeshausen. Bürgermeister Franz Duin: „Die Bundeswehr geht, aber unsere Verbundenheit wird Bestand haben."

1961 – 2001

Kommandeure

FschJgBtl 313 · FschJgBtl 272 · FschPzAbwBtl 272

DienstgradNameVonBis
OTLG. Straehler-Pohl04.196103.1965
OTLE. Busch04.196503.1968
OTLL. Habichtsberg04.196801.1972
OTLC.F. Pehla01.197202.1975
OTLDr. G. Roth03.197512.1976
OTLE. Richtstein01.197703.1979
OTLR. Kuhli03.197903.1984
OTLR. Prill04.198402.1986
OTLF. Zwicknagl03.198604.1988
OTLW. Mettler04.198807.1992
OTLDr. W. Harms07.199203.1994
OTLT. Rosche03.199409.1995
OTLD. Werstler09.199502.1999
OTLS. Korweslühr02.19992001

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