Luftlandebrigade 27 · Wildeshausen · 1970–1991
FschJg
Btl 272
Fallschirmjägerbataillon 272
„Fest zupacken, nie loslassen." — das traditionsreiche Hausbataillon von Wildeshausen, das sich in Großmanövern wie „Starke Wehr 82" bewährte und ab 1990 den Grundstein für die gepanzerte Luftlandetruppe legte.
1970
Aufstellung
1991
Umgliederung
KRAKA
Kernfahrzeug
4
Kompanien (HS 4)
Auftrag & Taktische Doktrin
Das FschJgBtl 272 war das klassische Infanterie-Element der Luftlandebrigade 27. Kernaufträge umfassten das Nehmen, Halten und Verteidigen von Schlüsselgelände nach Fallschirmsprungeinsatz oder Luftanlandung sowie die Durchführung der Panzerabwehr im Verzögerungsgefecht hinter feindlichen Linien.
Zwei Fallschirmjägerkompanien mit MILAN und zwei Panzerabwehrkompanien mit TOW auf KRAKA — diese Kombination aus Infanterie und schwerer Panzerabwehr machte das Bataillon zu einem hochflexiblen Verband für das Gefecht der verbundenen Waffen.
Die Ausbildung umfasste taktische Luftbeweglichkeit, koordinierte Sprungeinsätze, den zähen infanteristischen Kampf unter extremen Klimabedingungen sowie die weitreichende Panzerabwehr im Rahmen des Verzögerungsgefechts.
Geschichte
1970
Aufstellung des FschJgBtl 272 aus dem bisherigen FschJgBtl 313. Unterstellung unter die Luftlandebrigade 27.
1971
Teilnahme am ersten regimentsweiten Sprungbiwak. Die Soldaten erhalten das traditionsreiche Bordeaux-Rote Barett — das sichtbare Symbol der Zugehörigkeit zur Eliteauswahl des Heeres.
1972
Zehnjähriges Standortjubiläum der Wittekind-Kaserne. Das ZDF dreht in Wildeshausen den Dokumentarfilm „Portrait einer Garnisonsstadt" — ein bundesweit beachtetes Medienereignis.
1973/74
Einführung der ersten luftverladbaren Kraftkarren (KRAKA). Diese extrem leichten, ungepanzerten Allradfahrzeuge verleihen den Fallschirmjägern erstmals eine organische, luftlandefähige Transportkomponente für schwere Waffen.
1982
Umgliederung in die Heeresstruktur 4. Gliederung: eine Stabs- und Versorgungskompanie, zwei Fallschirmjägerkompanien (mit MILAN) und zwei Fallschirmpanzerabwehrkompanien (mit je fünf TOW auf KRAKA und sechs FK 20 mm). Übung „Starke Wehr 82": komplexe Luftlandung mit 300 Soldaten und 80 Fahrzeugen.
1983–88
Teilnahme an zahlreichen Korps-Gefechtsübungen: „Atlantic Lion" (Niederlande), „Wehrhafter Löwe", „Flinker Igel" und „Bold Grouse" in Dänemark. Das Bataillon demonstriert operative Exzellenz auf multinationaler Bühne.
1990
Ein neues Zeitalter beginnt: Die ersten Waffenträger Wiesel 1 treffen in Wildeshausen ein. Das Bataillon firmiert fortan als FschJgBtl 272 (Wiesel) und leitet den Übergang zur gepanzerten Luftlandetruppe ein.
1991
Die Ära des klassischen Fallschirmjägerbataillons endet: Umgliederung und Aufstellung zum reinen Fallschirmpanzerabwehrbataillon 272 mit 62 Waffenträgern Wiesel in den Varianten TOW und MK20.
Ausrüstung & Waffensysteme
Die Schlagkraft des Bataillons basierte auf der Kombination aus leichter Infanterieausrüstung und luftverladbaren schweren Waffensystemen auf dem Faun Kraftkarren (KRAKA).
KRAKA mit TOW/MILAN
Luftverladbare Panzerabwehr
Feldkanone 20 mm
Flieger- und Erdziele
Infanteriewaffen
Klassische Jägerausrüstung
Das Erbe
„Fest zupacken,
nie loslassen"
Das FschJgBtl 272 war mehr als ein Infanteriebataillon — es war die Seele der Wittekind-Kaserne. Sein Motto „Fest zupacken, nie loslassen" spiegelt den unerschütterlichen Kampfgeist der Fallschirmjäger wider. Mit der Einführung des Wiesel 1 begann 1990 eine neue Ära, die den Weg für das spätere FschPzAbwBtl 272 ebnete. Die Traditionslinie setzt sich bis heute im Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf fort.
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